Haftung bei Auffahrunfall

Bei winterlicher Straßenglätte ist besondere Vorsicht angebracht, damit einen die Haftung bei Auffahrunfall nicht voll trifft.

1. Haftung bei Auffahrunfall

Ganz allgemein gilt, daß der Hintermann einen so großen Abstand zum Vordermann lassen muß, daß er noch rechtzeitig zum Stehen kommen kann, wenn dieser bremst. Kommt es zu einem Auffahrunfall, gilt daher zunächst einmal immer der Anscheinsbeweis, daß der nachfolgende Fahrer keinen ausreichenden Abstand eingehalten hat.

2. Mitverschulden des Vordermanns

Von diesem Anscheinsbeweis weg und hin zum Mitverschulden des vorausfahrenden Fahrers kommt der Auffahrende nur, wenn er nachweisen kann, daß der Vordermann grundlos und irgendwie unberechenbar gebremst hat. Das wird im Einzelfall schwierig sein, insbesondere wenn dem Auffahrenden kein Beifahrer als Zeuge zur Seite steht.

Selbst wenn der vorausfahrende Fahrer aber ein gewisses Mitverschulden einräumt, führt das nur selten dazu, daß er auch den gesamten Schaden des Auffahrenden übernehmen muß. Das Amtsgericht München hat mit Urteil vom 19.2.2014 – 345 C 22960/13 befunden, daß der Auffahrende nur 30 % seines Schadens ersetzt bekommt, wenn der vorausfahrende Fahrer grundlos und nicht vorhersehbar auf die Bremse tritt, weil er meint, gerade falsch abzubiegen.

Grund genug also, bei winterlicher Straßenglätte besonders viel Abstand zum Vordermann zu lassen.